Drohne behindert Rettungshubschrauber beim Starten
Wir haben schon einige Male über leichtsinnige Drohnenpiloten berichtet. Im punkto Blödheit hat jetzt jedoch ein Bediener einer solchen Drohne (Pilot möchte ich ihn nicht nennen) den Vogel abgeschossen.

Wie der NDR meldet, wurde am Samstag, den 04. November 2017, der Start des Rettungshubschraubers "Christoph 47" durch eine Drohne behindert. Nach Angaben der DRF Luftrettung hatte die Besatzung des Rettungshubschraubers gerade einen Einsatz in Bandelin, im Landkreis Vorpommern-Greifswald, beendet, als sie zu einem nächsten Notfalleinsatz auf die Insel Rügen gerufen wurden. Während der Pilot den Startvorgang des Rettungshubschraubers einleiten wollte, bemerkte er eine Drohne. Diese kreiste etwa in 10 Metern Höhe direkt über den Rotorblättern, wodurch der Rettungshubschrauber nicht starten konnte. Durch diese Behinderung konnten die Retter den nächsten Einsatzort nach Angaben des Piloten um 4 Minuten verzögert erreichen. Da bei einem Notfall jede Minute zählt, wurde mit dieser sinnlosen Aktion nicht nur das Leben der Retter gefährdet, sondern auch das der hilflosen Person.

Wie Andreas Helwig, Pilot und Sicherheitsmanager der DRF Luftrettung, im Gespräch mit NDR 1 Radio MV weiter berichtet, konnte der Drohnenlenker ermittelt werden und es wurde gegen ihn eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr erstattet. Desweiteren stellt laut der LuftVO der Betrieb von unbemannten Flugobjekten am Einsatzort von Rettungskräften eine Ordnungswidrigkeit dar, was eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro nach sich ziehen kann. Hinzu kann noch eine Anzeige wegen Gefährdung eines Rettungseinsatzes kommen.

Aufgrund dieses Vorfalls warnt die DRF Luftrettung auf ihrer Webseite vor solchen hirnlosen Aktionen und weist ausdrücklich auf die Gefahren eines Überflugs der Rettungshubschrauber mit einer Drohne hin.

"Der Überflug einer Drohne über drehende Rotorblätter ist äußerst gefährlich! Durch die Sogwirkung der Rotoren kann die Drohne angesaugt werden, so dass es zu einer Beschädigung des Hubschraubers kommt. Auch wenn es am Samstag zu keinem Schaden kam, wurde unser Start zu einem Notfalleinsatz behindert. Die DRF Luftrettung ist mit ihren rot-weißen Rettungshubschraubern täglich bundesweit im Einsatz, um Menschen schnelle medizinische Hilfe zu bringen. Im Notfall zählt dabei oft jede Minute. Dessen sollten sich Drohnennutzer bewusst sein und Rettungshubschrauber bzw. grundsätzlich Luftfahrzeuge weder an- noch überfliegen", sagt Petra Hentschel, Pressesprecherin der DRF Luftrettung.

Hier die Original Radiomeldung des NDR 1 Radio MV:



Online-Artikel des NDR: Drohne verzögert Start eines Rettungshubschraubers
Online-Artikel der DRF Luftrettung: DRF Luftrettung warnt vor Gefahr durch Drohnen - Rettungshubschrauber beim Start behindert

Foto: Copyright © by DRF Luftrettung
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