EU-Gremien einigen sich auf Registrierungspflicht für Drohnenbesitzer
Wie das Internetportal heise online berichtet, haben sich die einzelnen EU-Staaten und das Europaparlament am Donnerstag den 30. November 2017 auf eine einheitliche Drohnenregelung verständigt. Diese sieht unter anderem eine Registrierung für Drohnen und ihre Piloten vor.

Bisher fallen Drohnen bzw. Multicopter, die leichter als 150 Kilogramm sind, unter die nationale Bestimmungen. Hierzulande gilt seit April 2017 eine einschlägige Verordnung, über diese wir schon mehrfach berichtet haben. Sie regelt etwa, wo und unter welchen Bedingungen Drohnenpiloten ihr Hobby ausüben dürfen. Für bestimmte Bereiche gilt ein generelles Flugverbot. Mit der geplanten EU-weiten Regelung würde sich das ändern und mit der Registrierungspflicht käme eine weitere erhebliche Hürde für private und kommerzielle Drohnenpiloten hinzu. Demnach sollen künftig alle zivile Drohnen und ihre Betreiber sich in der EU behördlich eintragen lassen.

Die Drohnen-Hersteller sollen aber auch stärker in die Pflicht genommen werden. So sollen die Multikopter selbst für mehr Sicherheit sorgen, etwa durch eine Limitierungen der Flughöhe und Reichweite, durch Kollisionssensoren, Flugstabilisatoren und Funktionen zum automatischen Landen. Genaue technische Vorgaben sollen von der Kommission noch ausgearbeitet werden. Die Drohnen und Multicopter der chinesischen Firma und Marktführer DJI, wie z.B. die Modelle Mavic Pro und Phantom 4, besitzen jetzt schon solche Sicherheitssysteme. Andere bei Privatfliegern populäre Drohnen wie die Parrot Bebop, die GoPro Karma oder aber die Multicopter, die man beim Discounter und Elektronik-Fachmärkten bekommt, haben dagegen keine Kollisionssensoren und müssten, um einen Verkaufsverbot entgegenzuwirken, nachgerüstet werden.

Die ausgehandelte Linie muss noch von den Regierungsvertretern der EU-Länder bei einer Ratssitzung sowie vom Plenum des Parlaments formell bestätigt werden, bevor sie in Kraft treten kann. Wann das sein soll und ob diese Regelungen genauso übernommen werden, ist nicht bekannt. Fest steht bisher nur, dass es neue Regeln geben wird. Wie die letztendlich aussehen, bleibt abzuwarten. Jedoch lassen Polizeimeldungen, wie die folgenden vom vergangenem Wochenende, wohl keinen besonders guten Eindruck bei den Entscheidungsträgern:

Drohnenbruchlandung auf dem Weihnachtsmarkt
Tourist ließ Drohne über Christkindlesmarkt fliegen - Festnahme

Dabei hat die Weihnachtsmarkt-Saison erst vor wenigen Tagen begonnen. Bleibt abzuwarten, mit welchen grandiosen Ideen uns die privaten Drohnenbesitzer bis Jahresende noch überraschen und zum Kopfschütteln animieren.

Original Pressemeldung des Europäischen Parlaments: Drones: new EU-wide rules to boost safety and privacy
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