Verbotene gewerbliche Drohnennutzung
In der Vergangenheit sind meist private Drohnenpiloten aufgefallen, die entweder die gesetzlichen Bestimmungen für das Fliegen mit einer Drohne nicht kannten oder diese schlichtweg ignorierten. Die neueste Polizeimeldung zeigt jedoch, dass es auch unter den gewerblichen Betreibern "beratungsresistente" Personen gibt. Und das, obwohl gerade diese es besser wissen müssten.

Wie es aus der gemeinsamen Pressemeldung der Polizeidirektion Lübeck und der Staatsanwaltschaft Lübeck zu entnehmen ist, führte am Freitagvormittag der Flug einer Drohne in schleswig-holsteinischen Scharbeutz-Wulfsdorf zu einem Polizeieinsatz. Es besteht der Verdacht, dass mithilfe dieser Drohne Filmaufnahmen von einem Grundstück gefertigt wurden, das in der jüngeren Vergangenheit als möglicher Tatort eines Kapitaldeliktes für erhebliches Medieninteresse gesorgt hatte.

Ein Zeuge hat demnach beobachtet, wie drei Personen eine Drohne in Betrieb nahmen und diese anschließend über die Häuser und Grundstücke in der Nähe des möglichen Tatortes, sowie über den möglichen Tatort selbst steuerten.

Die zum Einsatzort entsandte Funkwagenbesatzung der Polizeistation Scharbeutz konnte die mutmaßlich verantwortlichen Personen vor Ort antreffen. Diese gaben an, als freiberufliche Berichterstatter zu arbeiten (die anscheinend noch nie etwas von der Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten gehört haben wollen - Anm. des Schreiberlings).

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der seit April 2017 geltenden Verordnung über den Betrieb von sogenannten unbemannten Fluggeräten klare Verbote geregelt sind. So gilt zum Beispiel für Geräte mit einem Gewicht über 0,25 kg und solche, die Bilder und/oder akustische bzw. Funksignale aufzeichnen oder übertragen können, ein generelles Betriebsverbot über Wohngrundstücken sofern keine Einwilligung des Eigentümers vorliegt.

Im konkreten Fall wurde daher durch die Polizei ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen die Luftverkehrsvorschriften eingeleitet.

Alle Besitzer einer Drohne, die wie diese drei oben genannten "freiberuflichen Berichterstatter", ebenfalls nicht wissen, dass der Flugbetrieb ihrer Geräte klar geregelt ist, die sollten sich unbedingt die Regeln für Betrieb von Drohnen auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur durchlesen. Diese sind unter folgendem Link zu finden und sehr verständlich sowie klar beschrieben: www.bmvi.de/drohnen

Quelle: Pressestelle der Polizeidirektion Lübeck https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43738/3846714