Neues von den Bekloppten und Bescheuerten
Ganz im Gegensatz zu meinen Befürchtungen, blieben wir im Sommer von den Drohnenmeldungen verschont. Inzwischen ist mir auch der Grund dafür bekannt: Die Drohnenflieger waren mit ihren fliegenden Geräten ganz einfach entweder im Urlaub oder, wie unser heutiger kognitiv suboptimal ausgestatteter Kandidat, im Krankenhaus.

Der folgende Vorfall ereignete sich bereits im Oktober vergangenen Jahres in der Klinik in Duisburg-Großenbaum. Interessant an dieser Meldung ist, dass es jetzt vor dem zuständigen Amtsgericht verhandelt und ein Urteil gesprochen wurde.

Folgendes hat sich zugetragen: Ein wohl geistig unbewaffneter 29-jähriger Gerüstbauer musste in der oben genannten Klinik 4 Wochen zur Reha. Damit während der Zeit keine Langeweile aufkam, nahm der Patient seine geliebte Drohne mit. Die Klinik verfügt ja schließlich über eine hervorragende Start- und Landemöglichkeit, nämlich den Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach des Gebäudes (ist ja auch Logisch, Anmerkung des Schreiberlings).

Wie der Zufall so will, musste ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt, als der Intelligenzbolzen sein Spielzeug auf dem Dach steigen ließ, ein Rettungshubschrauber mit einem anderen Patienten auftauchen und auch noch landen wollen. Der Pilot des Rettungshubschraubers Christoph 9 bemerkte jedoch rechtzeitig die Drohne in seinem Luftraum und meldete es umgehend der Leitstelle. Die alarmierten Beamten mussten auch nicht wirklich lange nach dem Schwarzflieger suchen und fanden ihn sowie das Corpus Delicti in einem Patientenzimmer der Klinik.

"Ich habe gar nicht darüber nachgedacht", erklärte der Angeklagte in der Verhandlung. Seit dem Vorfall habe er die Drohne auch nicht mehr steigen lassen. Der Richter verdonnerte ihn trotzdem zur einer Buße in Höhe von 750 €. Da der ehemalige Gerüstbauer jedoch inzwischen auch seinen Job los ist, legte er gegen den Bescheid Einspruch ein und bat darum, die Buße zu reduzieren.

Großen Spielraum dafür sah der Vertreter der Bezirksregierung, die für die Luftüberwachung zuständig ist, nicht: "Es gibt immer mehr Piloten, die sich durch Drohnen massiv gestört fühlen. Daraus können schwere Unfälle entstehen." Tatsächlich können sogar Bußgelder bis zu 50.000 € verhängt werden. Einen kleinen Rabatt gab es für den 29-Jährigen dann doch. Er muss nur noch 500 € zahlen und kann die Summe in Raten abstottern.

Quelle: Westdeutsche Zeitung https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/drohne-kam-rettungshubschrauber-in-die-quere-500-euro-busse_aid-32896697
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