VereinschronikUnser neuer und eigenständiger Verein!

Am 08.11.2008 haben sich 15 Modellflugbegeisterte dazu entschlossen, einen eigenen Verein zu gründen.

Unsere Aufgaben sehen wir darin, allen Interessierten, besonders den Jugendlichen, zu ermöglichen, Modellflugsport ausüben zu können. Dazu gehört die Errichtung und der Unterhalt eines eigenen Modellflugsportgeländes.

Die Motivation

Die Vereinsgründung entstand aus der Tatsache sich aktiv für die Verbesserung der Bedingungen für unseren Sport am Obermain einsetzen zu wollen. Schon vor über 60 Jahren - nach dem zweiten Weltkrieg - haben sich einige auf den Mainwiesen beim Lichtenfelser Wasserturm getroffen und selbstgebaute Modelle aus Kiefernholz und Bespannpapier aufsteigen lassen. Aus diesen Modellsportlern ist ein noch Heute existierender Verein entstanden. Aber die Wiedervereinigung, und der damit zunehmende Verkehr, ob in der Luft, auf der Straße oder der Schiene, brachte für den Modellflug große Schwierigkeiten und Probleme mit sich. Leider wurden diese weder richtig eingeschätzt, noch war man bisher dazu fähig, sie zu lösen oder lösen zu wollen. Damit war die Grundlage für die Mehrheit der Mitglieder, weiter im alteingesessenem Verein zu verbleiben, nicht mehr gegeben. Es war der einzig logische Schritt nun selbst die Geschicke - und die eigene Zukunft - in die Hände zu nehmen, anstatt abzuwarten, ob und wann etwas geschied, ausser Durchhalteparolen zu verbreiten und nichts zu tun. Also haben wir es angepackt.

Das haben wir bisher geschafft

  • Vereinsgründung am 08.11.2008
  • Verfassen einer eigenen Satzung und Geschäftsordnung
  • Eintragung in das Vereinsregister Coburg am 19.02.2009 VR 200146
  • Anerkennung der Gemeinnützigkeit
  • Befristetes eigenes Gelände bei Wolfsdorf
  • Antrag auf Erteilung der Aufstiegsgenehmigung für geplantes Modellflugsportgelände für Modelle bis 25kg mit und ohne Verbrennungsmotoren am 28.08.2009 gestellt
  • Unsere Jugendgruppe hat derzeit 5 Mitglieder, Lukas ist mit 8 Jahren unser Jüngster!
  • Wir erhalten von der MFIG Schönewerda-Unstruttal einen Rasentraktor als Spende.
  • Recht herzlichen Dank für diese super Unterstützung!
  • Erteilung der Aufstiegsgenehmigung am 17.11.2010 für Flugmodelle mit/ohne Verbrennermotoren bis 5kg Abflugmasse 
  • Anfliegen Verbrenner am 07. und 08.05.2011 mit Gästen
  • Anlegen einer über 100m langen Wildhecke, Pflanzung von Obstbäumen und Einrichtung einer 3500 qm großen Brachfläche
  • Arbeitseinsatz März 2012: Errichtung einer Sitzecke. Danke an Philipp Hahnemann und Friedrich Müller! 
  • Arbeitseinsatz April 2013: der Platz wird um denTower, Fahnenmast für Windsack und dritter Bank, ("Erbstücke" von der MFG Kösten) erweitert 
  • Fünftes Flugplatzbiwak im August 2015   
  • Zulassung der Berufung beim VGH München am 10.10.2012 bzgl. Wegerecht zum Fluggelände!
  • Verlängerung der Aufstiegsgenehmigung am 18.07.2013
  • Nach 4 Jahren Ungewissheit jetzt das Urteil aus München vom 27.02.2014. Wir haben Recht bekommen, das erste Urteil vom VG Bayreuth wird geändert, da kein Sonderwegerecht benötigt wird um die Feldwege zum Sportgelände befahren zu dürfen. Darauf können sich nun alle Vereine berufen, die ein Gelände besitzen oder planen.
  • Am 5. April 2014 erweiterten wir unseren Obstbaumbestand um weitere 6 Exemplare.
  • Die Gemeinde Hochstadt zieht am 08.04.2014 die Klage gegen unsere Aufstiegserlaubnis zurück.
  • Im Mai hat unser Günther den Platz um zwei selbstgebaute Vorbereitungstische bereichert
  • Mit Datum 24.07.2014 erhalten wir den jetzt unbefristeten Erlaubnisbescheid vom Luftamt Nordbayern für Flugmodelle mit und ohne Verbrennungsmotor bis max. 5 kg Abfluggewicht!
  • Wir nehmen 2015 zum zweiten male am Altenkunstadter Straßenfest der Vereine teil. Schön wars!
  • 2.Ortstermin am 19.09.2014 durch den Petitionsausschuß des Bayerischen Landtages bzgl. Baurecht für den Schutzzaun
  • Teilnahme am Landschaftspflegeprogramm "Streuobstwiesen" durch die Pflanzung weiterer 10 Obstbäume alter Sorten am 25.10.2014. 
  • Jan 2016: die Stadt Lichtenfels und die Großgemeinde Altenkunstadt haben uns zum Jahresempfang der Vereine eingeladen, dafür herzlichen Dank! Wir kommen gerne.
  • 04. März 2015: Der Bay. Landtag lehnt unsere Petition zur Erteilung einer Baugenehmigung zur Errichtung eines Schutzzauns leider ab.
  • Pünktlich zum Vatertag wurde auf der Zufahrt zu unserem Vereinsflugplatz das "Verbot für Fahrzeuge alle Art "-Schild um dem Zusatz "Anlieger frei bis Modellflugplatz" ergänzt. Dafür bedanken wir uns bei der Gemeinde Hochstadt und dem zuständigen Amt.

Momentaner Stand

Unseren momentanen Schwerpunkt sehen wir im Zulassungsverfahren eines eigenen Geländes, für alle Bereiche unseres faszinierenden Sports. Es soll ermöglicht werden, Hubschrauber, Segler und Motorflugzeuge, gleichberechtigt fliegen zu dürfen. Dabei wird besonders darauf Wert gelegt, Nachbarn und Anliegern, sowie Natur und Umwelt, nicht unnötig und über die zulässigen Maße hinaus zu stören. In die Planungen wurden deshalb auch freiwillige Naturschutzmaßnahmen einbezogen. So ist eine 100m lange Wildhecke entstanden, die für bis zu 1500 Tier- und Pflanzenarten ein Rückzugsgebiet darstellt. Besonders für Lurche, Insekten und Wirbellose ist damit eine neue Lebensgrundlage geschaffen worden. Davon profitieren wiederum höhere Tiere wie Vögel und Säugetiere, welche erstgenannte als Nahrungsquelle dringend benötigen, um in der sonst von intensiver Landwirtschaft aus- und aufgeräumten Landschaft ihren eigenen Nachwuchs erfolgreich aufziehen zu können. Dafür steht der größte Teil unseres Geländes, ca. 3500 qm,  als Brachfläche zur Verfügung.  Wir möchten mit den Naturschutzverbänden und verantwortlichen Stellen in den Behörden auch den Nachweis erbringen, dass Naturschutz und Modellflugsport nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen. Wir selbst sind besonders darauf angewiesen, die Natur zu schützen und zu erhalten, um dort unseren Sport ausüben zu können.

Um diese Aufgaben auch Realität werden zu lassen, benötigen wir Unterstützung. Deshalb sind wir Mitglied im Deutschen Modellflieger Verband (DMFV), dem größten seiner Art, mit Sitz in Bonn. Ohne dessen Mithilfe bei Gutachten, Versicherung, Rechtsschutz und Weiterbildungen, ist eine vernünftige Vereinsarbeit aus heutiger Sicht gar nicht möglich. Wir möchten uns auf diesen Wege auch bei Richard Fehr (Gutachter) und Carl Sonnenschein (Verbandsanwalt des DMFV) für die bisher geleistete Arbeit bedanken.

Aber, die Mühlen der Behörden malen langsam, teilweise scheint selbst ein Stillstand noch ein Fortschritt zu sein! Zumindest aus Sicht der beteiligten Stellen, da jede seine Zustimmung von einer anderen abhängig macht. Frei nach Reinhard May; "Der Antrag für das Antragsformular".

Am 17.11.2010 dann ein erster Erfolg! Das Luftamt Nordbayern erteilt den Erlaubnisbescheid zum Aufstieg von Flugmodellen mit und ohne Verbrennungsmotor bis 5kg Abflugmasse. Aufgrund der noch immer verweigerten Baugenehmigung für den Schutzzaun, dem nicht erteilten Wegerecht für die Flurwege, können wir nur diesen eingeschränkten Flugbetrieb ausüben, obwohl der Platz die luftrechtlichen Voraussetzungen, sowie alle anderen Bedingungen, für eine Zulassung bis 25kg erfüllt. Für das ausstehende Bau- und Wegerecht haben wir beim Bayerischen Landtag in München eine Petition eingereicht, um vor Ort gleichberechtigt auf Befürchtungen und schwarzmalende Prognosen sachlich belegt argumentieren zu können. Leider wurde uns bei den bisherigen Gemeinderatsversammlungen, bis auf einmal in Altenkunstadt, kein Rederecht erteilt. Sollte in absehbarer Zeit keine gütliche Einigung möglich sein, werden wir regelrecht dazu genötigt Gerichte entscheiden zu lassen, wo sonst der gesunde Menschenverstand ausgereicht hätte.  

Ein weiterer Erfolg: Nach über einem Jahr wird unser Antrag auf Berufung beim OVG in München zugelassen. Dort ist man unserer Ansicht, es bedarf keines Sonderwegerechts, um die betreffenden Wald- und Feldwege befahren zu dürfen. Das erstinstanzliche Urteil enthält erhebliche Fehler, der damals zugrundegelegte Sachverhalt eines Urteils aus dem Jahr 2000 ist atypisch und nicht auf uns anwendbar. Der zu erwartende Verkehr durch uns ist von geringer Relevanz und deshalb als Gemeingebrauch zu sehen.

Jetzt ist es amtlich: Mit dem Urteil vom 27.02.2014 ändert der Bayerische VGH München die erstinstanzliche Entscheidung des VG Bayreuth ab: Kein Sonderwegerecht notwendig!

Wiederholt ein klares Statement pro Modellflug! Den Richtern sei Dank!

Da unsere Genehmigung nach 2 Jahren ausläuft, haben wir im August 2012 den Antrag auf unbefristete Verlängerung des Erlaubnisbescheides gestellt. Die bisher vorgebrachten "Bedenken" sind unhaltbar, aus der Luft gegriffen oder bestenfalls extra konstruiert worden, um unsere Sache zu erschweren. Aber auch Behörden haben ihre Entscheidungen aufgrund von beleg- und nachweisbaren Fakten zu treffen. So hat das zuständige Luftamt den Erlaubnisbescheid anstandslos und unbürokratisch um ein halbes Jahr verlängert. Hierfür nochmals herzlichen Dank!

Am 18.07.2013 wurde unser Erlaubnisbescheid abermals um ein Jahr verlängert. Vergeld´s Gott !

Die Gemeinde Hochstadt a.M. legt am 06.08.2013 beim VG Bayreuth dagegen Klage ein. Jedoch wird von Seiten des Gerichts die Erfolgsaussicht sowie die Zulässigkeit in Frage gestellt.  Man sollte doch prüfen, ob es Sinn macht, die Klage weiter zu verfolgen....

13.08.2013: nur eine Woche später: das Luftamt Nord gibt unseren Antrag auf sofortigen Vollzug (die Erlaubnis nutzen zu dürfen) statt!  Es beruft sich dabei auch auf den Hinsweis des VG Bayreuth, stellt klar, das die Erteilung einer luftrechtlichen Erlaubnis nach §16 LuftVZlO allein und ausschließlich dem zuständigen Luftamt obliegt. Wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gestört ist, hat der Antragssteller ein Recht auf Erteilung der notwendigen Aufstiegserlaubnis.  Weiter heisst es, keine Rechte der Gemeinde oder Dritter sind davon betroffen, weshalb auch die ursprüngliche Genehmigung und jetzt die Verlängerung zu erteilen war. Für die schnelle Bearbeitung und für die klare und eindeutige Begründung ein dickes Lob ans Luftamt und VG Bayreuth! Merci!

Am 08. April 2014 die Wende: der Hochstadter Gemeinderat beschließt mit einer Gegenstimme, die Klage gegen unsere Aufstiegserlaubnis zurück zu ziehen. Hintergrund ist das besagte Urteil des VGH München bzgl. des Wegerechts. Damit sind alle vorgebrachten Argumente der Gemeinde wie ein Kartenhaus in sich zusammen gefallen. Hoffentlich kehrt jetzt die wohlverdiente Ruhe ein, die wir dringend brauchen, um uns den eigentlichen Vereinsaufgaben widmen zu können: die Jugendarbeit und die Förderung des Modellflugsports!    

Als nächste "Baustelle" steht jetzt die unbefristete Verlängerung unseres Erlaubnisbescheides im vollen Umfang an. Dazu wird noch der vom Luftamt Nord geforderte Schutzzaun benötigt, bei dessen Zulässigkeit die rechtlichen Auslegungen konträr sind. Es gäbe zwar entsprechende §§, die aber nicht für uns anwendbar seien, so die Ansicht des LRA Lichtenfels, obwohl der Gesetzestext genau auf unser Problem zugeschnitten wäre. Es scheint auch hier, den steinigen Weg über die Gerichte gehen zu müssen, um unser Recht bekommen zu können. Noch offen steht die Entscheidung des Petitionsausschusses des Bayerischen Landtages, an dem wir uns gewendet haben.  

Für den Verein ein denkwürdiger Tag: das Luftamt Nordbayern erteilt am 24.07.2014 den jetzt unbefristeten Erlaubnisbescheid für Verbrennerflug bis 5kg Abflugmasse. Jetzt müssen wir uns nicht mehr von Genehmigung zur nächsten befristeten Verlängerung hangeln, um unseren Sport auch mit Verbrennermodellen betreiben zu können. Ausschlaggebend dafür war das geklärte Wegerecht zum Gelände, der vorbildliche und vorschriftsmäßige Flugbetrieb sowie die Hartnäckigkeit und das Durchhaltevermögen aller Mitglieder. Danke an alle, die an unsere Sache geglaubt haben und an der Realisierung aktiv mitgewirkt haben. Das erreichte Ziel ist eine Leistung aller Mitglieder.

Jetzt geht es darum, die zuständigen Stellen vom notwendigen Schutzzaun zu überzeugen, um auch Modelle über 5 kg bis 25 kg fliegen zu dürfen. Ob auch eine mobile Lösung in Frage kommt, könnten wir bei einer geplanten Begehung mit dem Petitionsausschuss des Bayerischen Landtages klären.

Am 04.03.2015 wurde unsere Petition, wie leider schon vermutet, abgelehnt. Wir müssen um unsere Baugenehmigung für einen Schutzzaun leider weiterhin kämpfen.

Mittlerweile macht es Spaß sich mit einigen Behörden aktiv auseinanderzusetzen, da sich die bisherige ablehnende Haltung in aktive Unterstützung gewandelt hat. Man hat wohl erkannt, dass die fruchtbare Zusammenarbeit höher zu werten ist, als angebliche Gefahren oder Belästigungen!  

Bald sollte es möglich sein, uns als Bestandteil der Vereinskultur und Gemeinden anzusehen, damit wir uns in die Gesellschaft einfügen und einbringen können. Es ist uns daran gelegen, uns nicht als Fremdkörper, sondern als Gewinn zu sehen. Auch möchten wir freundschaftliche Bande zu anderen Vereinen und Gleichgesinden knüpfen.

Die Einladung zum Neujahrsempfang 2015 der Vereine in Lichtenfels und Altenkunstadt sind der Beleg dafür, das wir auf den richtigen Weg sind! Dafür möchten wir uns nochmals recht herzlich bedanken!

Jürgen Christ, 1. Vorstand
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